Schützengesellschaft Börnste e. V.  1751

Museum

Die Protokollbücher / Buch 1

 

1950
Seite 38 - 44

 

Protokoll der Generalversammlung am 12. Februar 1950 in der Schule zu Börnste

Der Herr Vorsitzende, Herr Franz Brambrink eröffnete am Sonntag, den 12. Februar 1950, in der von Herrn Lehrer Ridder zur Verfügung gestellten Schule zu Börnste, die Generalversammlung. Er begrüsste zunächst die zahlreich erschienenen Gäste, besonders da Ehrenmitglied Herrn Lehrer Ridder sowie die Herren Bernahrd Püfken und Alfons Brambrink Nr. 70, die im letzten Jahre aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekommenen. Herr Alfons Brambrink ist der letzte Heimkehrer, der brieflich ein Lebenszeichen aus der Gefangenschaft senden konnte.

Sodann wurde einstimmig beschlossen, in diesem Jahr wiederum ein Schützenfest zu veranstalten, für das der 11. Und 12. Juni festgelegt wurde.

Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde der Herr Vorsitzende einstimmig wiedergewählt. Für seiner Majestät, der König Herr Hubert Böinghoff wurde Herr Aloys Friepörtner gewählt, der seine Arbeit als Schriftführer an Herrn Ludwig Weiling übergab.  In diesem Jahr soll erstmalig wieder mit einer Büchse, wenn auch Luftbüchse, dem Vogel zu Leibe gerückt werden, wogegen im Vorjahre mit der berühmten Armbrust, ein in den Augen der Allierten höchst gefährlichem Mordinstrument, der aus einer Rübe bestehende Vogel, nachdem man ihn durch häufige Messerstiche empfindliche Wunden beigebracht hatte und schließlich vermutlich von einem illegalen Schüttelkommando zu Fall gebracht wurde.

Am ersten Tag findet um 13.00 Uhr Antreten zum Schießen am Festzelt statt, wozu sämtliche Vereinsmitglieder unter 50 Jahren zu erscheinen haben. Bei Nichtbefolgung soll ein Strafgeld von 1,00 DM erhoben werden. Die Festsetzung des Eintrittspreises und die Wahl der Eintrittskarten wurden dem Vorstand überlassen. Das Hochamt wird nach althergebrachter Weise für die gefallenen Krieger der Bauerschaft in St. Viktor zelebriert. Zu der am zweiten Tage folgenden gemeinsamen Kriegerehrung wird um 14.00 Uhr auf dem Hofe Böinghoff angetreten. Am Kriegerdenkmal soll die Ansprache unseres Herrn Ehrenmitgliedes, die Kranzniederlegung und mit Hornmusik die Gefallenenehrung der Kammeraden erfolgen. Damit auch die Kriegsbehinderten an der Kriegerehrung teilnehmen können, werden sie per Auto nach dort gefahren. Die Schulkinder treten am Denkmal an. Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich während der Kriegerehrung auch unsere Damen einstellen würden.

Anschließend war man einstimmig für eine Verlosung, deren Gewinn für die Neuerrichtung oder Veränderung des Kriegerdenkmals bereitgestellt werden soll. Außerdem wurde ein Denkmalausschuss gewählt, der beauftragt ist, Gelder einzusammeln und für die Anfuhr des Baumaterials und dergleichen mehr Sorge zu tragen. Als Vorsitzender und Bauherr wurde Herr Bernhard Lütkenhaus bestimmt. Außerdem sind im Bauausschuss die Herren Franz Kock, Anton Rath, Bernhard Krunke, Hubert Böinghoff, Heinrich Jeling und Josef Lewe. Um 18 Uhr schloss der Herr Vorsitzende die Versammlung.

 

Protokoll der Vorstandsversammlung 1950

Am Dienstag, den 9. April fand im Hause des Schützenkönigs die Vorstandsversammlung statt. Alle Mitglieder erschienen pünktlich um 19.15 Uhr. Nachdem eine gute Stärkung stattgefunden hatte, eröffnete der Herr Vorsitzende Franz Brambrink die Versammlung und begrüßte alle Anwesenden, besonders unser Ehrenvorstandsmitglied Herrn Lehrer Ridder. Der Herr Vorsitzende kam dann zu sprechen von den An- und Abmärschen zur Vogelstange und zum Kriegerdenkmal. Infolge des Krieges habe Herr Bernhard Brambrink (Gästebitter) ein steifes Bein erhalten und gebeten, da es ihm nicht möglich sei, die Märsche zu machen, sonst jemanden damit zu beauftragen. An dessen Stelle wurde vom Vorstand Herr Ludwig Weiling einstimmig gewählt.

Auf 1,50 DM wurde der Eintrittspreis festgesetzt, welcher für die Einwohner der Bauerschaft für beide Tage gilt. Auch wurde für die Vereinsmitglieder der gleiche Satz festgelegt, deren Karten steuerfrei sind und somit 0,50 DM der Vereinskasse zugute kommen. Der Einkauf der Verlosungspreis wurde auf Sonntag, den 4. Juni festgelegt und man wolle diesen in den Geschäften Claus –Deinken, Drogerie Timpte, Homann, Burgholz und Büsse vornehmen.

Neben der Luftbüchse wolle man der Sicherheit halber, um den Vogel zum Sturz zu bringen, eine Jagdbüchse zum Schießen besorgen. Hierzu müsse aber ein Forstbeamter anwesend sein, der für Unfälle haftbar sei.

Der gastfreundliche König hatte inzwischen genügend Brandweinproben eingeschenkt, so dass gegen 21.30 Uhr die Versammlung in recht gemütlicher Stimmung ihren Abschluss fand.

Eine weitere Vorstandssitzung fand am 23. Mai statt. Bis auf Herrn Alfons Kuhmann und Herrn Aloys Friepörtner waren alle erschienen. Erfreulicherweise konnte Herr Bernhard Lütkenhaus, Vorsitzender des Denkmalausschusses die gesammelte Summe von 860,00 DM und durch ein Preisschießen den Betrag von 208,85 DM für ein neues Kriegerdenkmal bekannt geben. In der Woche nach Pfingsten könne die Grundsteinlegung stattfinden und das Denkmal noch zum Schützenfest errichtet werden. Der Herr Vorsitzende Franz Brambrink sprach alsdann, der Hochw. Herr Pfarrdechant Dümpelmann habe zur Denkmaleinweihung am zweiten Schützenfesttag seine Zusage gegeben, selbige vorzunehmen. Dann wurde beschlossen, zu dieser Einweihung Herrn Amtsbürgermeister Tömmers, Merfeld, Herrn Gemeindebürgermeister Stenemann, Dernekamp und Herrn Amtsdirektor Elfering, Dülmen einzuladen.

 

 

Verlauf des Schützenfestes 1950 im heiligen Jahr

Bei herrlichstem Wetter fand am 11. Und 12. Juni das Schützenfest nach alter Art auf dem Hofe Böinghoff statt. In diesem Jahr hatten sich die Börnster zum Vogelschießen sehr zahlreich eingefunden, waren es doch 66 Schützen, die sich am Schießen beteiligten.

Um 13.00 Uhr setzte sich der Zug unter Voranmarsch der Kapelle Paul Fischer in Bewegung. Vor Beginn des Schießens wurden die Satzungen des Schützenvereins verlesen und ein kurzes Gebet verrichtet. Mit dem 266 Schuss errang Ludwig Weiling die Königswürde, der sich Frl. Hedwig Lütkenhaus zur Königin erwählte. Unter Führung von Herrn Bernhard Brambrink (Gestebitter) ging es im geordneten Zuge zum Festzelt, wo der Herr Vorsitzende die Proklamation des Königspaares vornahm und die Majestäten hochleben ließ. Es erfolgte dann der Königstanz. Hiermit nahm das Fest seinen richtigen Anfang. Die Musikkapelle sorgte für den rechten Schwung aller Gäste aus Nah und Fern. Die Stimmung hielt bis in die Morgenstunden an, bis das Königspaar unter Vorantritt der Musiker nach Hause gebracht wurde.

Am zweiten Tage traten mittags die Schützen den Marsch zum neuen Ehrenmal für die Gefallenen der Bauerschaft an. Hier waren außer den Schulkindern mit ihren Lehrpersonen die Frauen und Mütter aus der Bauerschaft anwesend. Die wirklich eindrucksvolle Heldengedenkfeier eröffnete der Vorsitzende Herr Franz Brambrink. Er begrüßte die Ehrengäste u. a. den Herrn Pfarrdechant Dümpelmann, Herrn Amtsbürgermeiser Tömmers, Herrn Gemeindebürgermeister Stenemann und den Herrn Amtsdirektor Elfering.

Die Bauerschaft Börnste habe den Verlust von 26 Gefallenen und 8 Vermissten zu beklagen. Die Familie Uhlending verlor allein vier Söhne, die Familie Mühlenbäumer drei, außerdem wurden aus einer Familie noch drei Söhne vermisst. Schwerstes Leid habe die Familien der Gefallenen und Vermissten getroffen. Die Toten würden nicht vergessen, das habe man durch die Errichtung des neuen Ehrenmals unter Beweis gestellt.

Dann sang der Kinderchor der Börnster Schule das Lied: „Harre meine Seele“.

Herr Pfarrdechant Dümpelmann nahm die kirchliche Einweihung des Ehrenmals vor. In seiner Ansprache betonte er, dass die Toten des letzten Krieges der Obrigkeit gehorchten und in treuer Pflichterfüllung ihr Leben für die Heimat hingaben. Das Ehrenmal sei ein Mahnmal für alle. Es sei besonders anzuerkennen, dass die Bauerschaft Börnste gern und freudig ihr Opfer für das Ehrenmal brachte und in einmütiger Zusammenarbeit dieses Mahnmal errichtete.

Herr Amtsbürgermeister Tömmers sprach über den Unfrieden in den letzten 40 Jahren. Er habe dazu beigetragen, dass überhaupt ein Ehrenmal errichtet werden musste. Wenn dieses Denkmal, das in seiner ersten Form den Toten des ersten Weltkrieges gewidmet war, sich nach dem vergangenen Kriege als zu klein erwies, die Namen der Gefallenen, die sich gegenüber dem ersten Weltkrieg verdoppelt haben, anzubringen, so sei dieses eine ernste Mahnung, dass jeder Krieg nur Unglück brächte. Das Vermächtnis der Toten sei: Macht es besser, ihr findet Ruhe und die Welt wieder Frieden. Das Ehrenmal zeuge für den Bauerschaftsgeist der Börnster: Sie vergessen ihre Toten nicht.

Nach einem Gedicht nahm Herr Lehrer Ridder das Wort. Eindrucksvoll schilderte er das heldenhafte Sterben der Soldaten, die getreu ihrem Eid, ihre Pflicht taten und das Beste hergaben, was sie hatten: Ihr Leben.

Sie starben, damit wir leben konnten. Im Todeskampf hätten sie noch gesprochen: “Ich muss sterben, grüßt mir die Eltern und die Heimat, was wir taten, taten wir für euch. Vergesst uns nicht!“ Nein, wir wollen nie unsere Toten vergessen. Während Amtsbürgermeister Tömmers und Herr Lehrer Ridder Kränze am Ehrenmal niederlegten, intonierte die Musik das Lied vom guten Kammeraden.

In schneidigen Marsch ging´s  zum Festzelt, wo die Verlosung und Kinderbelustigung stattfand. Am Abend war das Festzelt wiederum von Festteilnehmern gefüllt, die bei guter Stimmung bis in die Morgenstunden feierten.

 

 

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