Schützengesellschaft Börnste e. V.  1751

Museum

Die Protokollbücher / Buch 1

 

1931
Seite 13 - 17

 

Protokoll der Vorstandsversammlung vom 16. März 1931

 

Abends um 7 Uhr fand auf dem Hofe des Schützenkönigs eine Versammlung statt, in der über die im Vorjahre vom Regierungspräsidenten erlassene Verordnung zwecks Kugelfang beim Königsschiepen gesprochen wurde. Der Herr Vorsitzender Weiling eröffnete pünktlich die Versammlung zu der sämtliche Vorstandsmitglieder erschienen waren. Man kam zu einer Einigung, dass das Bauen eines Kugelfangs erhebliche Schwierigkeiten machen würde und man wolle das diesjährige Königsschießen bei Nordmann veranstalten. Aus diesem Grunde wurde nun folgender Plan ausgearbeitet, das der Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Das Königspaar soll in einem Wagen gefahren der von zwei Adjudanten begleitet ist. Ferner sollen ein Oberst und Offiziere zur Führung des Zuges ernannt werden. Um die Beteiligung am Königsschießen gegenüber dem Vorjahre zu vergrößern, sollen sich alle in eine Schützenliste eintragen lassen. Durch diese Eintragung verpflichtet sich der Betroffene, sofort das Eintrittsgeld an den Vorstand zu bezahlen und sich an dem Königsschießen zu beteiligen. Alle die am Schießstand erscheinen, erhalten ein besonderes Abzeichen, welches auch zum Eintritt ins Festzelt berechtigt. Diejenigen welche den Zug nicht mitmachen haben keinen Anspruch auf Rückzahlung des Beitrages und müssen das volle Eintrittsgeld am Festzelt noch einmal bezahlen. Über sonstige Angelegenheiten soll die Generalversammlung beschließen.     


Protokoll der Generalversammlung vom 19. April 1931 in der Schule zu Börnste

Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Herrn August Weiling um 16 ½ Uhr eröffnet. Zunächst ließ selbiger abstimmen, ob in diesem Jahre das Schützenfest gefeiert werden sollte oder nicht. Sämtliche Anwesenden stimmten für die Abhaltung des Festes. Dann wurde der Versammlung der vom Vorstande ausgearbeitete Plan vorgelegt und einstimmig angenommen. Das Königsschießen findet also in diesem Jahre bei Nordmann statt. Somit wurde die Wahl eines Oberst vorgenommen, zu der Herr Anton Rath vorgeschlagen und einstimmig gewählt wurde. Rath nahm die Wahl an. Als Hauptmann wurde Herr Franz Rath vorgeschlagen und ebenfalls gewählt. Die Herren Ferdi Berning und Ludwig Kuhmann wurden als Atjudanten gewählt. Den Königswagen wollte Herr Weiling fahren. Sämtliche vorgenannt gewählte haben in weißer Hose zu erscheinen und für Pferde und Uniform selbst zu sorgen. Dann wurde das Schützenfest auf Donnerstag nach Pfingsten festgelegt und soll morgens nach altem Brauch mit dem Hochamt für die Gefallenen beginnen. Dann sollten sich alle in eine Schützenliste eintragen lassen und gleichzeitig das Eintrittsgeld von 1,50 RMK zahlen, welches den Betreffenden verpflichtet den Zug nach Nordmann mit zu machen. Das Beitrittsalter ist auf 17 Jahre und nach oben unbeschränkt festgelegt. Die Eintragung kann bei jeden Vorstandsmitglied erfolgen. Am zweiten Tage soll das Antreten bei Friepörtner zur Gefallenenehrung stattfinden. Mit der Führung des Zuges wurde Herr Franz Rath beauftragt, während Herr Lehrer Ridder die Ansprache und Kranzniederlegung vornehmen sollte. Der Kranz ist vom Schützenkönig zu liefern. Anschließend soll im Festzelt eine Verlosung stattfinden. Die Wahl der Geschäfte sowie das Einkaufen der Preise wurde dem Vorstande überlassen. Zum Schluss wurde für die ausscheidenden Vorstandsmitgieder Herr Anton Kuhmann, Herr Viktor Kuhmann gewählt, während Josef Berning, Schriftführer, auf zwei Jahre wieder gewählt wurde. Die übliche Vorstandsversammlung wurde auf Donnerstag, den 7. Mai festgelegt. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. 

 

Protokoll der Vorstandsversammlung vom 7. Mai 1931

Die Vorstandsmitglieder versammelten sich um 20 Uhr zu einer Besprechung des diesjährigen Schützenfestes auf dem Hofe Schürhoff. Der Herr Vorsitzender eröffnete pünktlich die Versammlung. Es wurde zunächst noch über das diesjährige Königsschießen gesprochen. Es blieb jedoch wie es die Generalversammlung beschlossen hat. Dann wurden die Geschäfte Hermann Lehr, Zigarrengeschäft Bode und Bernh. Homann vorgeschlagen und gleichzeitig für den Einkauf der Preise bestimmt. Am ersten Tage sollten alle auswärtigen Besucher des Festes das gleiche Eintrittsgeld von 1,50 RMK zahlen von dem die Hälfte der Schützenkasse zu kommen sollte. Nach einem gemeinsamen Kaffee und einer Weinprobe wurde die Versammlung geschlossen.

 

Verlauf des Schützenfestes 1931

Da das diesjährige Königsschießen bei Nordmann stattfand wies das Schützenfest gegenüber früher kleine Veränderungen auf. Die Schützen waren pünktlich und zahlreich um 12:45 Uhr  auf dem Hofe des Schützenkönigs versammelt. Das Königspaar wurde gefahren, während drei berittene Mannschaften und zwar ein Oberst und zwei Adjutanten dem Königswagen folgten. Bei Nordmann begann das Königsschießen in gewohnter Weise. Da der Vogel zu stark war, wurde die Stange drei Mal hinuntergelassen des Vogels mit der Säge nachgeholfen. Mit dem 349ten Schuss errang Herr Josef Mensmann die Königswürde der sich Frl. Maria Schürhoff zur Königin erwählte. Sofort nach Eintreffen der Schützenkönigin erfolgte der Rückmarsch zum Festplatz woselbst nach Beendigung des Königstanzes der Festball eröffnet wurde. Das Schützenfest wurde gegenüber früher nur schwach besucht. Doch ist dieses auf die allgemein schlechte Lage zurückzuführen, da ja auch ein großer Teil der Bevölkerung seit Jahren arbeitslos ist. Ohne jegliche Störung wurde bis in die Morgenstunden gefeiert.

Am zweiten Tage fand die übliche Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal statt. Herr Lehrer Ridder gedachte der Gefallenen in einer Ansprache und hob besonders hervor, das ihnen ein unvergessliches Andenken bewahrt bleibe. Durch Niederlegung eines Kranzes, vom Schützenkönig gestiftet, wurde die Ehrung vorgenommen. Nachdem die Musikkapelle „Ich habe einen Kameraden“ gespielt hatte, erreichte die Feier ihr Ende. Nach Ankunft im Festzelt begann anschließend die Verlosung. Am Abend besuchten noch mehrere Auswärtige das Fest, die für ein Eintrittsgeld von 1.00 RMK Zutritt hatten. Nach gemütlichem Beisammensein verließen in der Morgendämmerung dann auch die letzten das Festzelt.

 

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